Handels ,Messias“ mit dem Bachchor und dem Guildford Philharmonic Choir in Freibui
Hans Michael Beuerles Programm-
heft-Diktum ist uneingeschrankt zuzustimmen: Ein angemesseneres Werk
als Handels ,,Messias“ laBt sich fireine
(etwa der Alt-,Nummer“ ,,He 1
spised“) eingefiihrt oder bei der
mentalen ,Pifa‘-Idylle
gena
(wie schon bei einem iiberzeugenden
Freilich gab es in der ersten
Da waren beispielsweise beide Chorabordnungen zu einer homogenen und
dabei bruchlosen Einheit verschmolzen. Die Verkehrssprache: Englisch
Freiburger Bachchor nebst Bachorchester und den Guildford Philharmonic
Choir (Einstudierung: Neville Creed)
der Schlu8punkt hinter die Feierlich_keiten zum zehnjahrigen Bestehen der
Partnerschaft zwischen Freiburg und
Guildford gesetzt (die britischen Gaste
erwiderten einen Bachchor-Besuch, bei
Bachchor-,Messias* vor knapp finf
Jahren). Und immer wieder wunderte
man sich, wie musikalisch akkurat die
Choristenscharen
reagierten,
wie
schlank und dennoch satt der Klang
sein konnte, wie Beuerle die Chancen
nutzte, herrliche Chor-Kammermusik
entstehen zu lassen. Dahatteselbstdas
durch
den
dem man zusammen Beethovens wile: _larmanfallige »Hallelujah
sasolemnis‘dargebotenhatte).
Johann Sebastian Bach schrieb seine
men Takten in den Gehalt ein
als Gradmesser, dann kann es um die
Liaison zwischen Freiburg und Guildford nur bestens bestelltsein.
obendrein Jubilaumszwecken dienende Co-Produktion eines deutschen und
eines englischen Chors schwerlich finden. Und so wurde denn mit einer Ge-
meinschaftsauffiihrung
teins
Unternehmens im Freiburger Miinster
zwar viel
ktinstlerisch hochstehende Sim
zum Leben erweckt wurde, die
diesem Stiick in die Wiege gele,
- der Hérer verstand die Bo
Stunde noch Balance-Kalamita
ter denen namentlich das Orch
leiden hatte.
Die bereits erwahnte Alt-A
was despised” (Er wurde ve!
verdient auch unter vokalsolis
Aspekt besondere Beachtung: C
Kallisch bot hier nimlich eine
mustergiltige ,Mischung” aus.
inbriinstiger Versenkt
lichkeit zutun, nie aber mit Gebriill
istar
Musik bekanntlich ,nurzu Gottes Ehre undKraftmeierei. Beuerles Interpreta- Tbolya Verebics bewies bei de
_ und Recreation des Gemiiths”
und fiig-
tion:
ein
drahtiger,
schlanker,
vifer
ser“-Arie ihre innig-natiirliche
Acht genommen wird da ists keine ei- sehr differenzierten Blick flirs wirklich
gentliche Music sondern ein Teufli- Wesentliche. Und dann oft diese gleichsches Geplerr und Geleyer.« Handel sam schwerelose Koloraturen-Leich-
was hauchigen Ansatz mitunte
aufgerauhte)
Sopran-Schl:
Bernhard Gartner zeigte sich
_ te warnend hinzu: ,, Wo dieses nicht in ,,Messias“ mit einem nichtsdestotrotz gestaltende (wenn auch durch e€
wunschte, mit dem ,,Messias“ seine H6-
rerklientel ,,besser zu machen“ Natiir-lich hatte ermit dieser ethisch-humanitaren Zielsetzung nicht unbedingt eine
Stadtepartnerschaft im Auge. Nimmt
man indes das Niveau des ,Messias’-
tigkeit (Beispiele lieGen sich gleich rei-
henweise anftihren).
GroBe Augenblicke gab es haufig
auch bei Beuerles Orchesterarbeit.Ob
da mit ein paar interpretatorisch ungemein tiefschirfenden und einfiihlsare
Bound: for FBeiburg:
g: Guiidford. Philharmd ‘Neville Creed ist Dirigent des Guildnee
ford
Philharmonic
Choir
aus
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hohen Grades, Fiir weitere A
empfahl sich der Bachchor-[
Martin Blasius mit seiner (ledi
Koloraturen zum Nivellieren
den) BaG-Gravitaét. JOHANNE
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und wird auBerdem alle drei Jahre ge- untergebracht. Das ist hier un
Frei-
priift.
_
i burgs Partnerstadt Guildford in Eng-
Concer dake
|
mal als fast universaler Tenor-
BZ: Was haben Sie alles in Ihrem
land. Der Chor tritt heute abend,
genauso,
das
schafft
auch
schaften. Es waren auch s¢
Samstag, zusammen mit dem Bach-
Repertoire?
BZ: Sind Sie mit
Ihrem Chor zum
Bach und ahnlichem, vergleichbar mit essant, andere Lander kenr
dem, was der Freiburger Bachchor nen und dort auch aufzutrete
burg?
britischer Komponisten aus dem 20.
chor im Freiburger Miinster auf.
_ersten Mal in Fret; Creeii Ja. Die
Idee
zu
Besuch
unserem
und
genbesuch.
_Austausch
“mit
dem
Bachchor
kam
—
weil Freiburg und
nerstadte
Der
sind.
Freiburger
macht. Aber wir haben auch Stiicke
singen.
Jahrhundert in unserem Repertoire.
gemeinsamen Auftritten?
Wir treten in der Regel sechs mal im
sammen aufgetreten?
zustande,
Guildford ja Part-
April in Guildford, erste Freu
BZ: Sie sind damals atich bereits zu- Jahr auf.
dem
BZ: Wie grof ist Ihr Chor, wieviele
JBachchor war vor wenigen Monaten,
im April, zum ersten Mal nach Guild-
_ford gekommen, das ist nun unser Ge-
ten entstehen also. Fiir uns ist
BZ: Wie klappt es sprachlici
Creed: Musik ist eine interr
Sprache. Aber wir singen jar
in englisch, sondern in der je
Creed: In Guildford haben die bei- der Sanger sind zum Austausch nach
den Chére zusammen ein Konzert ge- gpmien gekommen?
Sprache des Komponisten —
ist beim Bachchor genaus«
ster und der Chor bestehen bereits seit
men mit dem Bachchor auf -—:
geben, zusammen mit dem Guildford .
Neville Creed
paar Freiburger nach dem Bi
Creed: Unser Schwerpunkt liegt auf
Musik von Handel, Beethoven, Verdi,
cad: Wir haben rund 150 Mitglie-
Philharmonic Orchestra. Unser Orche- i mitgekommen ist etwa die Hialfte, klapptes.
BZ: Sie treten heute —
1945. Die Chormitglieder sind Amatéu-
re, die aber auch zum Teil Gesangsstunden nehmen. Und wer bei uns mitsingt, mu8 einen Eingangstest machen
also rund 75 Sanger und Sangetinnen.
Wir hoffen, durch diesen Austausch denSie singen?
Freundschafien aufzubauen. Die MitCreed:
Wir werden ,Mess
glieder des Bachchors waren im April Handel im Miinster auffiihr
privat bei unseren Chormitgliedern Konzertbeginnt um 19 Uhr.